Saipem hat mit seinem Schwergutschiff Saipem 7000 das Anheben und die Installation eines Gasrückgewinnungsmoduls für das Bouri-Gasnutzungsprojekt (BGUP) vor der Küste Libyens abgeschlossen.
Das von Rosetti Marino im Auftrag von Saipem auf ihrer Werft in Marina di Ravenna gefertigte Modul wurde Anfang Mai zum Bouri-Feld transportiert, das etwa 170 Kilometer vor der libyschen Küste liegt.
Das Modul wiegt über 5.200 Tonnen, misst etwa 45 Meter mal 31 Meter und ist rund 45 Meter hoch. Es wurde in etwa zwei Jahren gefertigt und verfügt über Gasaufbereitungssysteme. Im Rahmen der geplanten Infrastrukturmodernisierung des Projekts wurde es nun auf der bestehenden Offshore-Plattform des Bouri-Feldes installiert.
Laut Saipem stellt die Hebeoperation einen wichtigen Meilenstein bei der Durchführung des Projekts dar und demonstriert die Kompetenz des Unternehmens im Bereich Schwerlasthebung und Offshore-Installation.
Nach Abschluss des Hebevorgangs werden die Offshore-Aktivitäten unter der Leitung von Rosetti Marino fortgesetzt. Diese Arbeiten umfassen die Integration des Moduls auf die bestehende DP4-Plattform sowie die Anschluss- und Inbetriebnahmearbeiten für die Anlage und ihre Kommunikations-, Sicherheits- und Steuerungssysteme.
Zusätzliche Vorinbetriebnahmearbeiten sind an rund 28 Kilometern Unterwasserpipelines geplant, die die Plattformen DP3, DP4 und Sabratha verbinden. Die Pipelines sollen das gewonnene Gas zum Aufbereitungskomplex Mellitah transportieren.
(Quelle: Saipem)
Das Erdgasnutzungsprojekt Bouri wird von Mellitah Oil and Gas, einem Joint Venture zwischen Eni und der libyschen National Oil Corporation (NOC), entwickelt. Ziel des Projekts ist die Gewinnung von Begleitgas, das derzeit abgefackelt wird, und dessen Transport zum Mellitah-Komplex zur Nutzung im Inland oder zum Export.
Laut Projektinformationen wird durch die Reduzierung des Abfackelns eine Senkung der Kohlendioxidemissionen um etwa 1,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent pro Jahr erwartet. Das Projekt soll zudem Produktionssteigerungen von bis zu etwa 2 Millionen Kubikmetern Gas pro Tag ermöglichen und gleichzeitig die Effizienz der bestehenden Infrastruktur verbessern.